Futterkosten reduzieren:
Keine Frage, das Pferd ist ein Pflanzenfresser und benötigt große Mengen an Fasern. Aber gerade hier sollte man auf die Qualität achten!
Ein perfektes Weidemanagement kann die Futterkosten senken. Bedarfsgerechte Düngung und die Unterdrückung unerwünschter Pflanzen erhöht den Ertrag der Weide. Aber auch das abäppeln der Weide weitere Weidepflege wie etwa das Durchlüften sind wichtig. Eine Parzellierung der Weide sorgt der Feinschmeckerauslese vor.
Heu und Strohsollten nur von bester Qualität sein. Alle Vitamine und Nährstoffe, die im Grundfutter enthalten sind, müssen später nicht über zusätzliche Futterergänzungen zugefügt werden.Im äußersten Notfall, aber auch nur dann, kann die Verwertung der Nährstoffe aus minderwertigerem Raufutter durch die Fütterung von Bierhefe gesteigert werden. Füttern Sie lieber viele kleinere Rationen über den Tag, das ist effektiver als eine große Ration pro Tag. Pferde aasen gerne mit dem Raufutter, wenn zuviel aufeinmal angeboten wird. Füttern Sie aus geeigneten Reifen, am besten aus Trögen mit geschlossenen Böden. Auf diese Weise gehen nicht zu viele Nährstoffe durch die Heu-Krümel verloren, denn gerade in diesem Pflanzenbruch stecken viele Nährstoffe. Bilden Sie Einkaufsgemeinschaften, wenn Sie Pferdehalter in der Nachbarschaft haben. Auf diese Art können sich die Raufutterpreise drastisch reduzieren.
Robusthaltung und Fellpflege
Das Fell der Pferde ist der natürliche klimatisierte Schutz des Pferdes. Bei Regen formen sich durch das Ablaufen des Wassers Ziegelförmige Spitzen im Fall, dadurch wird die Haut vor Feuchtigkeit geschützt. Der Fettfilm des Haares ist wie eine Imprägnierung und verhindert ein Aufweichen des Haares. Wer also seine Pferde in einem Offenstall hält, sollte das Pferd des Pferdes möglichst nicht scheren und auch zu häufiges Putzen des Pferdes schadet in den kälteren Monaten dem Pferd, denn dadurch wird der Fettfilm der Haare entfernt. Wer das nicht weiß, gerät schnell in einen tückischen Kreislauf, denn das Pferd kann sich durch intensives Putzen möglicherweise nicht mehr selbst vor der Witterung schützen, es beginnt zu frieren, der Energiebedarf des Körpers steigt und das Pferd nimmt ab. Die Steigerung der hausgemachten Problematik wäre dann das Eindecken des Pferdes, was weitere nachteilige Entwicklungen zur Folge hat.
Fazit: Im Winter werden Schweif und Mähne nur entwirrt und der grobe Schmutz entfernt. Es sieht zwar nicht immer aus wie aus dem "Ei gepellt", aber das Pferd bleibt gesund!
Kleiner Tip: Das Abwischen des Pferdes mit einem Wolltuch sorgt für einen tollen Glanz ohne dem Fell zu schaden und es funktioniert mindestens genau so gut wie jedes Fellglanzspray.
Kolik: Blutglukose als Maß für die Schwere einer Kolikerkrankung
Die Wahrscheinlichkeit, das ein Pferd an einer Kolik stirbt, läßt sich an der Blutglukose abschätzen. In einer Studie mit 228 Pferden hat man folgende Daten erhalten: Der normale Blutglukosewert liegt bei Pferden zwischen 70 - 135 mg/ dL, der durchschnittliche Wert der an Kolik erkrankten Pferde innerhalb der Studie lag bei 153 mg/ dL, der durchschnittliche Wert der verstorbenen Pferde lag bei 234 mg/ dL. Mit hoher Wahrscheinlichkeit läßt sich also die Überlebenschance anhand der Blutglukose einschätzen.
Veröffentlich im Sept. 2009 in Journal of Veterinary Medicine.
4 Mythen aus dem Reich der Pferdefütterung
Gerade in der Winterzeit kursieren wieder viele "Tips", die nicht unbedingt vorteilhaft sind.
Das erste Mythos ist die Fütterung von Mash- einem breiig heißem Futter, überwiegend bestehend aus Weizenkleie. Weder entspannt es den Verdauungstrakt noch wärmt es das Pferd. Es verleiht einzig dem Pferdehalter das "Gefühl", dem Pferd etwas Gutes getan zu haben. Weizenkleie ist nicht harmlos und auch der Nährstoffgehalt ist für Pferde nicht ausgewogen. Am schlimmsten ist es, dem Pferd täglich ein solches Mash zu füttern, denn dadurch kann letztlich der Darm daran gehindert werden, wichtige Nährstoffe zu absorbieren.
Das zweite Mythos ist die Zufütterung von Anti-Kolik Mittelchen oder solchen Ergänzungen, die die Verdauung verbessern soll. Meist bestehen diese Ergänzungsfutter aus Prebiotika und/ oder Hefekulturen. Natürlich können diese Ergänzungen bei einem kranken Pferd hilfreich sein, aber Auslöser für eine Winter- Kolik ist meist die zu geringe Wasseraufnahme. Hier kann man durch beheizte Tränken zum Beispiel sinnvoll vorsorgen.
Spezielle Winterhufmittel können nicht wirklich gegen Schäden wie splittern und ausbrechen helfen, denn die Nährstoffe gelangen vom Kronsaum aus in das Horn, und damit braucht diese Pflege 6-12 Monate, um letztlich an der Sohle zum "Tragen" zu kommen.
Beruhigende Ergänzungsfutter oder eine Extra- Portion B- Vitamine gegen das nervöse Pferd im Winter sind keine Garanten, denn meistens sind die Pferde wegen der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeit (wegen längerem Stallaufenthalt) unruhig. Wenn es wirkt: Prima. Man kann es bedenkenlos weiter füttern, denn diese Nährstoffe sind wasserlöslic; ein Zuviel wird einfach ausgepinkelt. Das einzige was leidet, ist der Geldbeutel des Pferdehalters.
Gesunde Hufe
Täglich eine handvoll Sonnenblumenkerne zum täglichen Futter verbessern die Hufstruktur. Die Kerne werden mit Schale gefüttert, lediglich auf die Qualität der Sonnenblumenkerne sollte geachtet werden, sie dürfen nicht ranzig oder schimmlig sein.
Auffüttern, Aufbau, Muskulatur und Wachstum
Zur Bildung, Reperatur und Genesung von Gewebe benötigt der Körper Aminosäuren. Und die sind reichlich enthalten in Luzerne/ Alfalfa und Sojaextraktionsschrot. Viele Pferdehalter schrecken oft vor dem hohem Eiweiß- bzw. Proteingehalt zurück, aber von diesen Futtermitteln muß man tatsächlich auch nur geringe Mengen füttern.
Sie sind effektiv und äußerst wirksam.